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    Auftraggeber

    Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim Domhof 18-21 31134 Hildesheim

    Planung

    2009

    BRI

    11.505 m²

    BGF

    4.090 m²

    Veröffentlichung, Auszeichnungen

    • Wettbewerb 3.Preis (Ein zweiter Preis wurde nicht vergeben.)

    Leitidee

    Ein Ort lebt durch seine Geschlossenheit. Es soll ein modernes Haus, ein Schulzentrum entstehen, welches den vorhandenen Standort der Edith-Stein-Schule logisch ergänzt. Der dreigeschossige Baukörper des Schulgebäudes an der Grazer Straße schließt das Gelände nach westen ab und komplettiert mit seiner modernen Fassadengestaltung die Kreuzungsbebauung an der Pressburger Straße. Das eingeschossige Bauteil der Freizeiterziehung im nördlichem Grundstücksbereich mit den vorgelagerten Gärten schafft einen sanften Übergang zum Fußweg und der angrenzenden Volkshochschule. Der interessierte Bürger kann im Vorbeigehen den Schulalltag erleben.
    Die Baumasse ist maßstäblich und orientiert sich an der näheren Umgebung. Das Hauptgebäude übernimmt die vorherrschende nord-süd Ausrichtung und bezieht sie in der Längenausdehnung auf die gegenüberliegende Bebauung. Der geometrisch einfache, winkelförmige Baukörper gliedert sich in zwei Bereiche. Den Schulbereich zum einen und den Bereich der Freizeiterziehung mit Werkstattarbeit zum anderen. Verknüpft sind diese Bereiche durch das Forum, welches sich zur Kirche öffnet.

    Entwurfskonzept

    Eingangsbereich/Forum/Verwaltung

    Das Forum ist der Mittelpunkt des Hauses. Es fungiert sowohl als Knotenpunkt für die verschiedenen Funktionen der schulischen Nutzung als auch als Nahtstelle für die Pausengestaltung im Freien bzw. im Inneren. Angegliedert an den Eingangsbereich entsteht durch eine geschickte Positionierung der Küche eine fließende Raumsequenz welche ausreichend Platz für die Regenpause bietet. Das Forum (die Mensa) lässt sich nach Norden (Schulgarten) und Süden (Pausenhof) öffnen. So ist es möglich, den Außenraum konzeptuell mit in die Nutzung einzubeziehen. Durch die differenzierte Raumproportionierung werden in allen Bereichen unterschiedliche Raumqualitäten geschaffen. Offenen Bereichen werden geschlossene gegenübergestellt, schmalen Fluren - weite Räume, helle Bereiche - dunklere Zonen, großzügigen Ausblicken - gefilterte Öffnungen etc. Die Dualität ist das dominante Prinzip des Entwurfes. Der Leitungs- und Verwaltungsbereich ist praktisch organisiert und in der Gebäudemitte sinnvoll positioniert. Kurze Wege zu den Klassen und eine gute Aussicht auf den Schulhof sind hier bestens gegeben. Die Lehrerarbeitsräume und der Raum der Stille orientieren sich nach Süden zur beruhigten Fläche in Richtung Pfarrheim. Durch die Umgestaltung der Freifläche soll ein nicht begehbarer, begrünter Bereich entstehen - der Garten der Stille.

    Die Klassen

    In den Beiden Obergeschossen befinden sich die 12 Klassenräume mit den entsprechenden Nebenräumen. Pro Geschoss bilden drei Klassen zwei Gruppen. Diese Einheiten sind jeweils durch ein separates Treppenhaus erschlossen. Ein Aufzug sichert die Barrierefreiheit. Das klare Grundrissraster ermöglicht verschiedene Grundrissvarianten. Der vorgeschlagene Grundriss sieht eine großzügige Flurfläche vor, welche als additiver Klassenraum zu verstehen ist. Der Funktionskern mit den WC’s und Aufzug gliedert die Fläche. Die Größe der Differenzierungsklassen ist variabel. Eine Vergrößerung zu Lasten der Flurfläche ist problemlos möglich. Dieses ist in der Variante dargestellt. Die Fassadengestaltung unterstreicht die Nutzung.

    Ver- und Entsorgung

    Die neue Haustechnik befindet sich in einem teilunterkellerten Bereich. Der Trafo ist integraler Bestandteil im Erdgeschoss.
    Die Anlieferung der Küche und der Werkstatt kann im nördlichen Bereich des Grundstückes erfolgen.

    Brandschutz

    Alle Klassen haben einen zweiten baulichen Rettungsweg. Ein Rettungsweg führt durch eine Halle. Das Forum kann von dieser Halle Brandschutztechnisch durch transparente Türen abgeteilt werden.

    Materialien

    Die Gestalt des Bauwerkes ist im Wesentlichen von zwei Materialien geprägt. Die massiven Bauteile sind mit Eisenoxid eingefärbte Betonelemente. Alternativ sind auch Metallfassaden oder Ziegelstein bzw. Putz möglich. Der Farbton nimmt Bezug auf die angrenzende Bebauung auf dem Grundstück, also den Ziegelstein. Die Struktur aus eingefärbten Betonfertigteilen gefertigten, geschosshohen Fassadenelementen löst sich in den Bereichen der intimeren Nutzungen in Form von regelmäßigen Lamellenstrukturen auf. Diese bieten den Vorteil des Blick- und Sonnenschutzen und sorgen für ein schönes Licht und Schattenspiel. Die Fensterelemente sind aus Holz oder Aluminium. Jede Klasse kann über Oberlichter natürlich belüftet werden. Ein Screengewebe übernimmt die Funktion des außen liegenden Sonnenschutzes.

    Erschließung / Freiraumkonzept

    Bei der Gestaltung der Freiflächen betrachten wir das Gesamtareal. Durch die Öffnung des Neubaus zur Kirche entsteht ein großzügiger, übersichtlicher Schulhof. Dieser ist in unterschiedliche Bereiche zoniert. Grundschulhof – Mischschulhof – Edith-Steinschulhof. Die Übergänge sind fließend, jedoch spürbar. Eine entsprechende Materialwahl könnte dieses unterstreichen. Das Schulgelände kann von Osten, Süden und Westen erschlossen werden.

    Im östlichen Teil befinden sich im Bereich der Turnhalle die Kfz- und Fahrradstellplätze. Im Westen wird nach unserer Planung der Bereich zwischen dem Pfarrheim und der Schule (Raum der Stille) als Grünfläche (ggf. Schulgarten) umgestaltet und somit beruhigt und aufgewertet. Hier könnte auch eine Zisterne eingebracht werden, um das Regenwasser für die Brauchwassernutzung der WC´s zu sammeln. Das Kanalsystem wird somit entlastet.

    Technik

    Heizung

    Für die Wärmeerzeugung ist als wirtschaftlich sinnvollste Variante ein gasbetriebener Brennwertkessel anzusehen. Dieser ist im Kellergeschoss des Bestandsgebäudes vorgesehen, im Anschluss zum Neubau um die Leitungswege zu minimieren. Eine Weiternutzung der vorhandenen Kaminzüge wird unter Einbau eines entsprechend feuchteunempfindlichen Innenrohres angestrebt; die Lage des Kesselraumes ist hiernach ausgerichtet.
    Als Heizflächen sind vom Gemeindeunfallverband (GUV) für den Schulbetrieb zugelassene Röhrenradiatoren vorgesehen. Die Heizkörper werden mit einzelnen Raumthermostat-Ventilen mit besonders hoher Regelgenauigkeit (1 Kelvin) ausgestattet, um eine weitere Energieeinsparung zu erzielen. Die Thermostate sollten als Behördenausführung verwendet werden, um ein Verstellen durch Schüler auszuschließen.

    Sanitär

    Das Wassernetz im gesamten Gebäude ist als reines Kaltwassernetz geplant. Der einzige nennenswerte Warmwasserverbraucher wäre die Küche. Da hier aber voraussichtlich nicht gekocht, sondern nur abgespült wird, wäre die Installation einer zentralen Warmwasserbereitung mit den entsprechenden Verlusten bei Speicherung und Verteilung nicht wirtschaftlich. Zusätzlich besteht bei großen Warmwassernetzen mit geringer Nutzung immer die Gefahr der Bildung von Legionellen.
    Für die Handwaschbecken an allen WC´s sind Kaltwasser-Ventile vorgesehen. Bei Bedarf an Warmwasser an sonstigen Zapfstellen (z.B. Behinderten-WC oder Werkräume) werden örtliche, elektrisch betriebene Warmwasserspeicher eingesetzt. Die Aufheizung des Spülmaschinenwassers erfolgt elektrisch innerhalb der Maschine.
    Zur Verbrauchssenkung werden an allen öffentlichen Zapfstellen Wasserspararmaturen mit festgelegter Laufzeit eingesetzt.
    Das gesamte Schmutzwasser aus dem Gebäude wird dem öffentlichen Straßenkanal zugeführt. Im Neubau werden Schmutz- und Regenwasser selbstverständlich getrennt gesammelt.
    Insbesondere aus pädagogischen Gründen soll für den Bereich des Pausen-WC´s eine Anlage zur Regenwassernutzung installiert werden. Hierbei werden die auf der Dachfläche des Neubaues anfallenden Regenwässer gesammelt und einer unterirdischen Zisterne zugeführt. Das gesammelte Wasser wird über eine Filter- und Druckerhöhungsanlage dann im Pausen-WC zur WC-Spülung verwendet, oder kann natürlich auch zur Bewässerung von Grünflächen verwendet werden.
    Ob überschüssiges Regenwasser auf dem Grundstück versickert werden kann, muss noch abschließend geprüft werden.
    Für die Abwässer aus dem Küchenbereich ist ein Fettabscheider erforderlich, der gemäß den aktuellen Vorschriften durch eine nachgeschaltete Hebeanlage gegen Rückstau aus dem Kanal zu sichern ist. Der Abscheider sollte unterirdisch im Außenbereich vorgesehen werden; die genaue Position wird noch festgelegt.

    Energieversorgung

    Wir sind davon ausgegangen, dass die Energieversorgung aus dem elektrischen Niederspannungsnetz erfolgt. Sowohl Neubau als auch Altbau werden als gemeinsame Versorgungseinheit betrachtet.
    Hinsichtlich der Nutzung von Fotovoltaikanlagen bietet sich die Flachdachfläche des Neubaus als Standort für die PV-Module an. Es ist ein Flächenbedarf von ca. 730 m² notwendig. Die Ausrichtung der PV-Module ist durch die Dachausrichtung optimal. Die Wechselrichter sind in einem Betriebsraum nahe den PV-Modulen einzusetzen. Eine kurze Betrachtung zeigt, dass die Investition für eine Fotovoltaikanlage in Betracht zu ziehen ist. Bei einer gewählten Größe von 30 kW würde sich ein Ertrag von ca. 850 kWh/kWp und Jahr ergeben. Diese Aussage basiert auf durchschnittlichen Jahren (Sonnenscheindauer). Laut Energieversorgungsgesetz würde eine Einspeisevergütung von 51,8 ct/kWh erfolgen. Der Investitionsbedarf liegt bei ca. netto 120.000 €. Bei diesem Projekt würde eine genaue Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erfolgen, um die genauen Laufzeiten, Zinsbelastungen etc. zu ermitteln. Die Lebensdauer der Fotovoltaikzellen beträgt ca. 25 - 30 Jahre. Die elektrischen Komponenten wie Wechselrichter etc. werden mit einer Herstellergarantie von 10 Jahren beaufschlagt. Im Zuge der weiteren Planung ist eine genaue Untersuchung vorzunehmen.

    Eine solche Fotovoltaikanlage könnte zur Anschauung bei den technischen Schulfächern (Physik, Technik, etc.) bei der weiterführenden Schule dienen.

    Bei der Betrachtung einer sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung, kann festgestellt werden, dass eine sinnvolle Nutzung im Hinblick auf die Ökologie, als auch die Wirtschaftlichkeit nicht festgestellt werden kann. Auf Grund der Gebäudenutzung ist die Nutzung der Wärme in den Sommermonaten nicht gewährleistet.

    Wettbewerb Neubau Grundschule, Bremerhaven

    Edith-Stein-Schule, Bremerhaven