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    Anschrift

    Willi-Pohlmann-Platz 1, 44623 Herne

    Auftraggeber

    gmh Gebäudemanagement Herne, Heidstraße 2, 44649 Herne

    Planung

    Oktober 2008

    Fertigstellung

    22.10.2010

    BRI

    7.945m³

    BGF

    2.135m²

    Lichtbilder

    Deimel & Wittmar, Essen Dirk Krüll, Düsseldorf

    Veröffentlichung, Auszeichnungen

    • BDA Auszeichnung guter Bauten 2014 - Annerkennung
    Das im Zentrum der Stadt Herne liegende Kulturzentrum ist im Jahre 1976 gebaut worden. 2008 wurden Reiser & Partner Architekten BDA beauftragt, das Haus technisch, funktional und gestalterisch zu sanieren und zu erweitern. Der Tätigkeitsbereich umfasst den Haupteingang, die Flächen des Foyers im EG und UG, den Saal Crange und das Herzstück, die Stadthalle.

    Konzeption
    Die Zugangssituationen vom Platz und aus der Tiefgarage sollten optimiert und ein barrierefreier Zugang von allen Ebenen aus möglich werden. Das neue etwa 180m² große, transparente dreieckige Vordach ergänzt auf geometrisch einfache Weise das Bauwerk, mit den für diese Zeit typischen 45° Ecken. In Verbindung mit dem darunter stehenden Treppenhaus mit Aufzug ist eine zeichenhafte Gestalt mit Signalwirkung entstanden. Der Treppenturm verbindet die Ebenen der Tiefgarage und des Willi-Pohlmann-Platzes mit dem Niveau der Kulturzentrums. Der Hauptzugang wurde vom Untergeschoss in das Erdgeschoss verlegt. Auf Grund dieser Umstrukturierung veränderte sich die interne Infrastruktur. Die Garderobe ist nun mobil im Saal Crange vorgesehen, welcher auch als Konferenz- und Veranstaltungsraum genutzt werden kann. Die multifunktionale Stadthalle ist mit dem Foyer durch eine absenkbare Hubwand verbunden. Dadurch ist der Raum auf etwa 1.300 m² erweiterbar. Das veränderbare Fußbodenniveau des Hauptsaales ermöglicht zusätzlich diverse Raumkonfigurationen. Zentraler Punkt ist die neue 27 Meter lange Bar mit Loungebereich im Foyer. In Ergänzung mit der zuschaltbaren Bedarfsbar können nun auch Belastungsspitzen in der Gastronomie problemlos abgedeckt werden. Alle Räume wurden komplett entkernt und sowohl technisch, als auch optisch neu gestaltet.

    Gestaltung / Konstruktion
    Außen
    Der Haupteingang
    Wie selbstverständlich wurde das Gebäude durch die neuen Bauteile ergänzt. Das bestehende Farbkonzept und die Materialwahl wurden aufgegriffen und führen insgesamt zu einer Stärkung des städtebaulichen Raumes. Unterirdisch ist das Prinzip der dreieckigen Ergänzung ebenfalls ablesbar. Über einen roten, dreieckigen Vorraum, welcher sich von der Tiefgarage eindeutig abgrenzt, gelangt man zu dem vertikalen Erschließungselement. Das unterirdische Foyer öffnet sich maximal zur Tiefgarage. Durch die Beleuchtung unterstrichen, wirkt der Raum fast szenisch und macht die Zugehörigkeit zum Kulturzentrum deutlich. Das Vordach mit Treppenhaus wurde als Stahl- bzw. Sichtbetonkonstruktion realisiert. Beide Bauteile sind mit einer Fassade aus innenprismentierten Plexiglasröhren als Lichtträger versehen. Diese dienen als Lichtträger für die über ihnen angebrachten RGB LED Leuchten. Wetterschutz bietet eine punkt gehaltene Glasfassade. Die durchgängige Transparenz wird durch eine Dacheindeckung aus lichtdurchlässigen Polycarbonatelementen realisiert.

    Innen
    Saal Crange
    Die vorhandene Deckenbekleidung wurde durch eine neue Abhangdecke aus Gipskarton (Akustikplatten) mit Musterspachtelung ersetzt. Die Beleuchtung wurde insgesamt erneuert. Die montierten Lichtquellen bieten alle Möglichkeiten, um den Raum multifunktional zu nutzen.

    Eingangsbereich / Foyer
    Die Abendkassensituation wurde neu geordnet. Sie wurde als Haus im Haus Lösung in Form eines Quaders in den Windfang gestellt. Die Materialien für Wand, Boden und Decke aus dem Foyer wurden hier fortgesetzt. Das ca. 670 qm große Foyer wurde durch einen ca. 80 qm großen Loungebereich ergänzt. Die räumliche Gliederung erfolgte durch ein etwa 1,15 m hohes Brüstungselement aus Acrylröhren. Im Bereich der Treppenanlage erreicht die Fassade eine Höhe von etwa 4,5 m. Analog zum Außenbereich sind diese Flächen ebenfalls beleuchtet. Aufgrund der transparenten Fassade des Hauses, gelang es, mit diesem Leuchtkörper zum Berliner Platz hin in Erscheinung zu treten. Die neue Decke wurde als offene Decke unterhalb der Unterzüge angebracht. Das perforierte Metallraster ermöglichte es die Lichttechnik im Deckenzwischen-raum unterzubringen. Fast befreit von störenden Einbauten geht von der Decke eine großzügige, leichte Wirkung aus. Die, durch das von oben auf die Decke fallende Licht, entstehenden Lichttupfer verleihen dem Raum die gewünschte atmosphärische Wirkung.

    Stadthalle
    Auch dieser Raum wurde kernsaniert. Die vorhandene Deckenkonstruktion wird komplett demontiert. Die so erreichte Vergrößerung des Raumvolumens führt zu einer Optimierung der Nachhallzeit. Dieser Raum ist als Hauptraum ebenso wie die anderen Räume in den Nichtfarben Schwarz und Weiß gehalten. Die weißen Deckensegel scheinen frei in einem unbegrenzten Raum zu stehen. Dramatisch steigen die Elemente an, umspielen geschickt das massive Tragwerk und führen so den Blick auf die Bühne. Die gewählte Farbgestaltung dient in ganz besonderem Maß dem Licht. Mit den farbigen LED Leuchten in den Lichtvouten der Deckensegel sind die unterschiedlichsten Stimmungen möglich. Die offene und somit akustisch unwirksamen Deckensegel aus Gipsfaserplatten sind von der Rohdecke abgehängt und tragen neben der Licht- und Tontechnik auch die Heiz- und Kühlelemente und die Drallauslässe für die Belüftung. Das Modular aufgebaute Deckenbild ist aus 12 Modulelementen im Rastermaß 62*62 cm aufgebaut. Das entstehende Bild ist als Interpretation der zuvor hängenden Lichtwolke zu verstehen.

    Sanierung des Kulturzentrums, Herne

    Kulturzentrum, Herne